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Den optimalen Geschäftspartner finden (Inkl. 15-Schritte-Anleitung)

Geschäftspartner finden und Vertrag richtig abschliessen

Den Geschäftspartner finden, der zum Unternehmen passt, ist eine wirklich herausfordernde Aufgabe. Wen sollen Sie ins Boot holen? Was müssen Sie beachten? Wo sind die Stolpersteine?

In diesem Artikel fasse ich alle Erkenntnisse zusammen, welche ich persönlich als Geschäftsführer und Unternehmercoach gesammelt habe. Bitte lesen Sie den ganzen Artikel, denn er könnte Ihnen viel Zeit, Geld und Ärger sparen!

Geschäftspartner finden: Welches ist Ihr Beweggrund?

Starten wir mit der Frage, weshalb ein Unternehmer überhaupt jemand an seinem Geschäft beteiligen möchte.

  • Manchmal fühlt man sich als Unternehmer verunsichert und wünscht sich jemand, der einem bei Entscheidungen unterstützt.
  • Oft fühlt man sich als Geschäftsführer allein und wünscht sich eine Person, die einem entlastet. Nach dem Motto: Mehrere Schultern tragen leichter.
  • Es besteht der Wunsch, sich über die Geschäfte auf Augenhöhe austauschen zu können. Mit unterstellten Führungskräften ist dies nur bedingt möglich.
  • Des Öfteren spielt auch der Gedanken ans Aussteigen mit, wenn sich der Unternehmer nicht mehr motiviert oder erfüllt ist. Zumindest möchte er sein Engagement reduzieren.
  • Aber auch der Faktor Zeit und Energie kann eine Rolle beim Wunsch nach einem Geschäftspartner spielen. Man möchte wieder mehr freie Zeiten haben und auch mal Urlaub machen können.
  • In einigen Fällen geht es aber auch um ein gewünschtes Know-how, welches man sich durch eine Geschäftspartnerschaft erhofft.
  • Nicht selten gibt es auch den Wunsch nach Expansion. Ein Geschäftspartner mit der entsprechenden Erfahrung oder den nötigen Kontakten könnte hier sehr hilfreich sein.
  • Evtl. sind aber auch finanzielle Beweggründe vorhanden, die einem motivieren, jemand ins Boot zu holen.

Die Liste ist sicherlich nicht abschliessend, soll Ihnen aber zeigen, wie unterschiedlich die Motivation sein kann. Zu unterscheiden ist auch, in welcher Phase sich Ihr Unternehmen befindet.

Ich habe mein Lehrgeld bezahlt

Bild von Grigor Nussbaumer

Mein Geschäft bei Mental Power lief richtig gut und ich bekam mehrere Anfragen für Kooperationen und Geschäftspartnerschaften. Dies schmeichelte meinem Ego und ich sah die Expansionsmöglichkeiten ins Ausland. Daher lag es nahe, jemanden an meinem Geschäft zu beteiligen und gleichzeitig einen Geschäftsführer für Deutschland zu ernennen. Beide Entscheidungen erwiesen sich als falsch und kosteten mich viel Lehrgeld.

Was war mein Hauptfehler? Ich war innerlich nicht bereit für diesen Schritt. Zudem fehlte mir das Wissen und die Erfahrung, wie man ein solches Unterfangen erfolgreich angeht.

Wie Sie es besser machen, erfahren Sie im vorliegenden Artikel.

→ Direktlink: Die 15-Schritte-Anleitung
→ Direktlink: Was gehört in den Vertrag?

Beteiligung bei Gründer und Startups

Viele Gründer fühlen sich zu Beginn unsicher. Sie wünschen sich jemanden, mit dem sie mehr Sicherheit erhalten. Da liegt es doch nahe, ein Unternehmen mit einem Geschäftspartner zusammen zu gründen und diesen zu beteiligen.

In einer ersten Phase kann dies sehr hilfreich sein, denn man kann alle Probleme gemeinsam meistern und hat immer eine Ansprechperson, welche genauso motiviert ist. Die Herausforderungen kommen dann, wenn die erste Euphorie verflogen ist und der Unternehmeralltag Einzug hält. Hier ist durchaus die Metapher der rosaroten Brille bei der Verliebtheit als Vergleich passend.

Die rosarote Brille zu Beginn, kann Ihnen teuer zu stehen kommen

So müssen auch unangenehme Tätigkeiten ausgeführt werden und schnell stellt sich die Frage, wer eigentlich für was zuständig ist. Vielleicht kennen sich die Geschäftspartner vor allem privat, also aus Freundschaft oder Familie. Doch reicht das, um auch auf fachlicher Ebene eines Unternehmens zusammenzuarbeiten?

Hauptfrage zu Beginn: Welche Qualifikationen bringen die Beteiligten mit und wie können diese optimal im Unternehmen eingesetzt werden?

Menschen verändern sich, wenn es schwierig wird. Sie zeigen andere Persönlichkeitsanteile, die wir in der Persönlichkeitsentwicklung «Schatten» nennen. Der ach so ruhige Kollege, wird unter Termindruck auf einmal nervös, gereizt und zieht sich zurück. Erst in solchen Momenten zeigt sich, wie jemand wirklich tickt. Dies kann zu unangenehmen Überraschungen führen, denn man weiss gar nicht mehr, wer vor einem sitzt.

Die wahre Persönlichkeit zeigt sich erst, wenn es schwierig wird!

Auch muss bedacht werden, dass jede Entscheidung i.d.R. zusammen getroffen werden muss. Dies bedeutet auch, dass die Entscheidungsfindung sich über einen längeren Zeitraum ziehen kann und am Ende entweder gar keine oder eine nicht für beide Seiten befriedigende Variante den Vorzug erhält. Das kann mit der Zeit zermürbend werden und die Geschäfte blockieren.

Praxistipp: Arbeiten Sie mit dem möglichen Geschäftspartner zuerst mehrere Monate zusammen oder nehmen Sie sich ein herausforderndes Abenteuer vor. Gehen Sie z.B. ein paar Wochen auf Reise, besteigen einen Berg und gehen Sie gemeinsam ans Limit. Erst dann werden Sie auch die anderen Seiten des Kollegen kennen lernen.

Geschäftspartner finden für erfahrene Unternehmer

Bei einem erfahreneren Unternehmer ist der Wunsch nach einem Geschäftspartner meist anders gelagert. Hier geht es oftmals um eine Entlastung oder das Bedürfnis nach Wachstum.

Der Geschäftsführer realisiert, dass er nicht mehr alle Aufgaben allein bewältigen kann und sehnt sich nach Unterstützung. Die Herausforderung hier ist oftmals, überhaupt valable Kandidaten zu finden:

  • Wer ergänzt mich optimal?
  • Wer könnte in Frage kommen?
  • Wo finde ich interessante Partner?
  • Wie sichere ich das bereits Erreichte ab?
  • In welcher Form soll der Partner beteiligt werden?
  • Wie kann ich dieser Person vertrauen?
  • Welche rechtlichen Aspekte sind zu berücksichtigen?

Auch hier sind oft die Emotionen vor dem Verstand. Man sucht nach Personen, die ähnlich sind und mit denen man sich gut versteht. Auch das ist psychologisch begründbar und natürlich. Menschen die ähnlich sind wie wir, vertrauen wir eher und empfinden wir als sympathisch.

Der Fallstrick: Sie suchen nach Geschäftspartnern, die Ihnen vor allem sympathisch sind

Solche die schon rein äusserlich komplett anders daherkommen, anders sprechen oder sich verhalten, sind für uns schwer zugänglich und lehnen wir eher ab. Vor allem, wenn sie noch anders denken oder uns sogar widersprechen.

Doch wer der richtige Geschäftspartner sein könnte, liegt nicht nur in der Sympathie, sondern vor allem auch an den Bedürfnissen des Unternehmens.

Praxistipp: Legen Sie Ihr Augenmerk vor allem auf die mittel- und langfristigen Engpässe der Firma. Analysieren Sie die folgenden Fragen sauber:

  • Liegt es an meiner mangelnden Zeit?
  • Fehlen mir bestimmte Kompetenzen?
  • Ist mein aktuelles Netzwerk zu schwach?
  • Oder brauche ich Geld für die nächsten Entwicklungsschritte?

So kann die Wahl des entsprechenden Partners komplett anders ausfallen, als auf dem Kriterium «mögen wir uns».

Kommunikation – das A und O

Buch Kommunikation Trigger von Grigor Nussbaumer

Egal ob es um die Zusammenarbeit mit Ihrem Geschäftspartner, Ihren Mitarbeitenden oder auch um die privaten Beziehungen geht: Sie werden um das Thema Kommunikation und „Umgang mit Konflikten“ nicht drumherum kommen.

Gerade wenn es um schwierige Gespräche oder Verhandlungen geht, sollten Sie Ihr sprachliches Potenzial ausschöpfen und wissen, wie Sie Ihre Bedürfnisse richtig formulieren.

→ Buchtipp: Trigger mich, bitte! (E-Book und Softcover)

Unternehmensbeteiligung: Offene Beziehung oder doch Heirat?

Wenn ich mit Unternehmern spreche, denken diese relativ schnell an die Vergabe von Geschäftsanteilen. Sie haben das Gefühl, dass nur dann ein möglicher Geschäftspartner auch wirklich einsteigt und sich beteiligt. Befeuert werden solche Gedanken von Sendungen wie «Die Höhle der Löwen», wo nur Geld fliesst, wenn der Eigentümer möglichst hohe Anteile abgibt.

Zusammen kommt man schnell, doch auseinander geht es meist schmerzhaft

Die Vergabe von Geschäftsanteilen ist jedoch der gewichtigste Schritt und muss gut überlegt sein. Vor allem dann, wenn die Mehrheit verloren gehen würde. Und dies ist gerade dann der Fall, wenn Investoren ins Spiel kommen. Schnell kann so ein Unternehmer die Kontrolle über sein Geschäft verlieren, bis hin zu vor verschlossenen Türen stehen.

Geschäftspartner ins Boot holen – Was ist Ihre Motivation?

Daher sollten Sie, bevor Sie ein Bündnis eingehen prüfen, was Ihre genaue Motivation dahinter ist und welche Ziele Sie mit einer vertraglichen Vereinbarung erreichen wollen.

Folgende Fragen können dabei Klarheit bringen:

  • Was verspreche ich mir von einem möglichen Geschäftspartner genau?
  • Wo sehe ich mein Geschäft in 5 Jahren? Soll mein Unternehmen wachsen und gross werden?
  • Was ist meine Unternehmensvision und welche Rolle würde ein Geschäftspartner darin spielen?
  • Inwiefern könnte ein Geschäftspartner mich bei der Erfüllung meiner Berufung unterstützen?
  • Möchte ich in Zukunft Entscheidungen allein oder mit anderen zusammen fällen
  • Bin ich eher der Einzelgängertyp oder schätze ich die Zusammenarbeit mit anderen?
  • Beanspruche ich den Erfolg gerne für mich oder teile ich diesen gerne
  • Was soll mit dem bereits aufgebauten Geschäft geschehen? Wieviel wert hat dieses?
  • Welchen Typ von Geschäftspartner suche ich? Wie sollte dieser sein? Wie könnte mich dieser optimal ergänzen?
  • Was wären mögliche Alternativen zu geschäftlichen Beteiligungen?

Gerade für den letzten Punkt sollten Sie sich genügend Zeit lassen. Denn es gibt sehr gute Ideen, wie Sie eine Unternehmensbeteiligung auch anders gestalten können, ohne gleich alles auf eine Karte zu setzen.

Entfalten Sie Ihr Potenzial!

Potenzialcheck für Unternehmen

Sie möchten Ihr Potenzial als Unternehmer noch weiter ausschöpfen? Ob es um eine schwierige Entscheidung bzgl. Geschäftspartner geht, anspruchsvolle Führungsaufgaben anstehen oder Ziele die Sie erreichen möchten: Holen Sie sich Unterstützung und lernen Sie die Abkürzungen zum Erfolg kennen.

Als erfahrener Unternehmer und Coach begleite ich Sie zu einem freien, selbstbestimmten und erfolgreichen Leben!

→ Meine Empfehlung: Der 361° Potenzialcheck für Unternehmer

8 alternative Ideen zu einem Geschäftspartner

Sie spüren meine Zurückhaltung, wenn es um die Abgabe von Anteilen geht. Ich bin heute der festen Überzeugung, dass viele Kleinunternehmer besser bedient wären, wenn sie zuerst einmal «solo» unterwegs sind.

Die anfänglichen Unsicherheiten sollten Selbstständige nutzen, um persönlich zu wachsen und ihr Mindset zu verändern. Wer schon nach wenigen Monaten nicht mit solchen Gefühlen umgehen kann, braucht nicht einen Geschäftspartner, sondern ein Business Coaching!

Andererseits sollten gestandenen Unternehmer ihre Situation gut analysieren, da die wahren Bedürfnisse oft nichts mit Beteiligungen zu tun haben und ganz anders gelöst werden sollten.

Doch es gibt auch berechtigte Gründe, andere ins Unternehmerboot zu holen. Aber auch hier muss man als Unternehmer nicht gleich seine wertvollen Anteile vergeben. Wenn die Fragen oben zur wahren Motivation geklärt sind, können auch durchaus andere, teilweise viel sinnvollere Lösungen angestrebt werden.

Hier finden Sie Ideen, wie Sie gewisse Bedürfnisse auch ohne Geschäftspartner abdecken können:

  1. Treten Sie einem Unternehmernetzwerk bei, wo Sie sich mit Gleichgesinnten austauschen und wertvolles Wissen aneignen können.
  2. Gründen Sie selber einen «Matermind» (Achtung, nicht das Spiel aus dem 1970er) mit Menschen, die ähnliche Probleme zu lösen haben oder sich über bestimmte Themen austauschen möchten.
  3. Prüfen Sie die Mitgliedschat in einem Branchenverband. Diese vertreten nicht nur die Anliegen Ihres Geschäftes, sondern ermöglichen interessante Kontakte, evtl. auch zu möglichen Geschäftspartnern oder eigenen Beteiligungen.
  4. Verändern Sie Ihr Mindset als Unternehmer, um Ihre Unsicherheiten zu minimieren und Ihr Selbstbewusstsein zu trainieren.
  5. Bilden Sie sich auf der persönlichen und fachlichen Ebene weiter, um mit den Herausforderungen als Unternehmer besser umgehen zu lernen.
  6. Steigern Sie durch besseres Zeitmanagement Ihre Produktivität. So gewinnen Sie mehr freie Zeiten und der Wunsch nach einer Entlastung nimmt ab.
  7. Lernen Sie besser zu delegieren. Evtl. engagieren Sie auch eine Assistenz, die Ihnen gewisse Arbeiten abnimmt. Heute gibt es auch virtuelle Assistenten, welche nicht gleich eingestellt werden müssen.
  8. Nutzen Sie Software-Tools, um Ihre Abläufe zu verbessern und damit noch mehr Zeit zu gewinnen.

Bevor Sie sich für einen Geschäftspartner entscheiden, nehmen Sie doch die Dienste eines Unternehmercoachs in Anspruch. Dieser kann Sie nicht nur auf der persönlichen oder fachlichen Ebene begleiten, sondern hilft Ihnen auch bei der kreativen Findung von Alternativen.

Geschäftspartner finden: Die 15-Schritte-Anleitung

Wenn Sie sich dennoch entscheiden, einen Geschäftspartner ins Boot zu holen, sollten Sie die folgenden Schritte beherzigen:

  1. Werden Sie sich nochmals bewusst, was genau Ihre Motivation und Ihre Ziele für eine Beteiligung sind
  2. Lassen Sie den Wert Ihres Unternehmens professionell einschätzen. Nur so haben Sie auch die entsprechenden Fakten, um einen gewissen Preis zu rechtfertigen.
  3. Legen Sie fest, was Sie wollen und was nicht. Dies bedeutet auch, dass Sie einen finanziellen Verhandlungsrahmen mit Unter- und Obergrenze definieren. Auch wieviel der Anteile Sie z.B. bereit wären abzugeben gehört in diese Überlegungen.
  4. Erstellen Sie ein fiktives Profil Ihres optimalen Geschäftspartners. Beschreiben Sie die Person, als würden Sie diese bereits kennen. Welches Alter hat sie? Spielt das Geschlecht eine Rolle? Welche Erfahrung und Kompetenzen soll diese mitbringen?
  5. Verfassen Sie einen Text über Ihre Unternehmung und wen Sie als Geschäftspartner suchen. Diese Beschreibung können Sie dann in den sozialen Medien, in einem Ausschrieb oder Newsletter verwenden.
  6. Konsultieren Sie einen Anwalt und Steuerexperten, um mit Ihr Vorhaben zu besprechen. Lassen Sie sich einen Mustervertrag geben, in dem die wichtigsten Punkte definiert sind. Dies hilft Ihnen bei Gesprächen, die relevanten Sachen direkt anzusprechen.
  7. Machen Sie sich, auch wenn es nicht schön klingt, über die Trennung Gedanken. Was muss wie definiert werden, falls es nicht funktionieren sollte?
  8. Teilen Sie Ihre Gedanken auch mit der Familie und Ihren Freunden. Manchmal erhalten Sie aufschlussreiches Feedback und interessante Hinweise. Nicht selten kamen so auch ideale Geschäftspartnerschaften zustande.
  9. Werden Sie aktiv und verbreiten Sie Ihren Wunsch nach einem Geschäftspartner. Unten finden Sie einige Ideen, wo Sie dies tun können.
  10. Führen Sie das erste Gespräch per Telefon, ohne Video. So können Sie sich ganz auf das Gesagte konzentrieren und werden nicht vom Äusseren fehlgeleitet. Hören Sie vom Kopf und Herzen her zu. Machen Sie sich nach jedem Gespräch Notizen mit den positiven und negativen Punkten. Halten Sie aber auch Ihre emotionalen Eindrücke fest: Wie haben Sie sich nach dem Gespräch gefühlt?
  11. Recherchieren Sie eingehender zu jedem Kandidaten und holen Sie sich möglichst viele Informationen ein. Suchen Sie z.B. nach ehemaligen Geschäftspartnern, welche Sie kontaktieren könnten. Oder prüfen Sie gemachte Aussagen über Erfolge, wie z.B. geschäftliche Tätigkeiten. Finden Sie heraus, ob das Gesagte nur warme Luft war oder Fakten dieses untermauern.
  12. Laden Sie die zwei bis drei Kandidaten zu einem persönlichen Gespräch ein, welche die meisten positiven Punkte erhalten haben. An dieser Zusammenkunft muss es ans Eingemachte gehen.
    Seien Sie freundlich, aber auch offen und ehrlich. Sprechen Sie ruhig die heiklen Punkte an und fragen Sie ganz genau nach der Motivation und den Zielen Ihres möglichen Geschäftspartners. Sollten Sie bei der Personenrecherche auf Irritationen oder offene Fragen gestossen sein, sprechen Sie diese an.
    Klären Sie zudem die möglichen Rollen, Zuständigkeiten und Ziele, welche mit dem Geschäft erreicht werden sollen.
  13. Fällen Sie, auch mit der Kraft Ihres Unterbewusstseins, die Entscheidung, mit welcher Person Sie weitergehen möchten. Lernen Sie Ihrer Intuition, also dem Bauchgefühl, zu vertrauen. Sehr oft bestätigen sich die ersten Eindrücke, auch wenn der Verstand dies nicht wahrhaben möchte.
  14. Erstellen Sie nun ein unverbindliches Dokument, in dem beide Seiten alle Fragen aufführen und die andere Person diese schriftlich beantwortet. Sie können dazu ein Onlinedokument nutzen, auf welches beide Parteien Zugriff haben. Es soll das beinhalten, was sie schon mündlich besprochen haben und nun schriftlich festhalten wollen (z.B. Erwartungen, Ziele, Wünsche). Sie werden sich wundern, was die Einzelnen wirklich verstanden haben und wo Interpretationen gelaufen sind. Wenn Sie, rechtlich gesehen, noch einen Schritt weitergehen wollen, können Sie eine Absichtserklärung (engl. Letter of Intent) aufsetzen, welche beide Seiten unterzeichnen.
  15. Vereinbaren Sie einen Zeitraum, indem sie miteinander arbeiten wollen oder gemeinsam auf eine Reise gehen. Es soll nicht eine Zeit der «Rederei», sondern des aktiven Miteinanders sein. Quasi eine Probezeit.

Wenn Sie auch nach der Probezeit und dem Verschriftlichen der gegenseitigen Erwartungen und Wünsche immer noch überzeugt sind, dass eine Geschäftspartnerschaft der richtige Weg ist – Gratulation! Verfassen Sie einen vom Anwalt geprüften Vertrag.

Ein warmer Händedruck wird nicht reichen

Geschaeftspartner Vertrag Vereinbarung

Ein Fehler den viele Unternehmer machen: Sie vertrauen dem Gegenüber blind. Natürlich ist es eine schöne Tugend, wenn Sie schnell und unkompliziert mit Menschen zusammenarbeiten können. Doch eine geschäftliche Partnerschaft, in der es um Ihre Zukunft und auch Existenz geht, sollte gut bedacht sein.

Lassen Sie sich nie unter Druck setzen! Und wenn Ihr Bauchgefühl „nein“ sagt, dann lassen Sie die Finger davon.

Vertrag zwischen Geschäftspartnern: 18 Punkte

Nun gilt es ernst und Sie sollten alles Besprochene und bereits schriftlich Festgehaltene, in einen rechtlich bindenden Vertrag über die geschäftliche Zusammenarbeit giessen. Eine solche Vereinbarung zwischen Geschäftspartnern schafft Sicherheit und schliesst unliebsame Überraschungen möglichst aus.

Gerne würde ich Ihnen DEN Vertrag hier als Download anbieten. Da ich kein Anwalt bin und jede Situation, auch in Abhängigkeit verschiedener Länder unterschiedlich ist, macht dies jedoch wenig Sinn.

Lassen Sie einen individuellen Vertrag von einem spezialisierten Anwalt verfassen. Die Investition wird sich mehrfach lohnen!

Mögliche Inhalte eines Geschäftspartnervertrages:

  1. Zwischen wem wird ein Vertrag geschlossen?
  2. Wann ist der Beginn und wie lange ist die Dauer der Partnerschaft?
  3. Beschreibung des Gegenstandes der Partnerschaft
  4. Art der Unternehmung, Name und Adresse
  5. Wie soll die Arbeitsleistung erbracht werden?
  6. Wie sind die Anteile am Unternehmen verteilt? Praxistipp: Bei zwei Partnern nie 50/50, sonst entstehen Pattsituationen. Z.B. je 49.99% und 0.02% an eine unabhängige Partei (Treuhänder, Anwalt), der im Streitfall objektiv entscheidet.
  7. Wie wird die Geschäftsführung geregelt?
  8. Wie werden Beschlüsse gehandhabt? (Versammlung, Stimmen)
  9. Wie werden Haftpflichtfälle abgewickelt?
  10. Wie wird mit Einnahmen und Ausgaben umgegangen? (z.B. Regelung Geschäfts-Bankkonto)
  11. Wie sollen die Jahresergebnisse (Gewinn, Verlust) verteilt werden?
  12. Wie wird mit Eintritten und dem Ausscheiden von Partnern umgegangen?
  13. Regelung zu Wettbewerb und dem Betreiben anderer Geschäfte
  14. Was passiert bei einer Auflösung? (Sehr wichtig!)
    a. Finanzielle Vergütungen
    b. Rechte an Erzeugnissen (z.B. Patente)
    c. Was passiert mit den Kundendaten?
    d. Wie wird mit dem Firmenwissen umgegangen (z.B. Datenbanken)
  15. Wie werden Änderungen am Vertrag geregelt?
  16. Schlussbestimmungen
  17. Gerichtsstand (Ort)
  18. Ort, Datum und Unterschriften

Im Prinzip können Sie beliebige Punkte hinzufügen. Achten Sie jedoch darauf, dass der Vertrag nicht überladen wird und fair für beide Seiten verfasst ist.

Schlüsselfrage: Würden Sie den Vertrag, den Sie Ihrem Geschäftspartner vorlegen, selbst unterschreiben?

Eine Unternehmensbeteiligung ist für alle Involvierten ein einschneidender Schritt. Deshalb lohnt es sich, auch noch die eine oder andere Nacht darüber zu schlafen.

Wo finden Sie mögliche Geschäftspartner?

Manche Beteiligungen fallen vom Himmel und würde man als Fügung bezeichnen. Andere wiederum lassen auf sich warten und Sie müssen dem Schicksal auf die Sprünge helfen.

Folgende Quellen können Sie dabei unterstützen, den passenden Geschäftspartner zu finden:

  • Befreundete Geschäftsführer
  • Unternehmernetzwerke
  • Interessante Firmenwebsites (z.B. Mitbewerber)
  • Social Media: LinkedIn, Xing, Facebook
  • Branchenverbände und -verzeichnisse
  • Freunde und Familie

Sollte sich jedoch, auch nach intensiver Suche keine geeignete Möglichkeit ergeben, sollten Sie das Thema für einige Zeit beiseitelegen. Manchmal ist, aus zuerst unverständlichen Gründen, der Zeitpunkt nicht der Richtige. Hören Sie auf solche subtilen Informationen!

Wie haben Ihnen die Tipps gefallen? Hinterlassen Sie doch bitte einen Kommentar – Danke!

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