Stundensatz Stundenlohn Selbststaendige berechnen

Stundensatz für Selbstständige in der Schweiz richtig berechnen

„Zeit ist Geld“, sagt ein altes Sprichwort, und für Selbstständige ist diese Weisheit Gold wert.

Doch wie viel ist Ihre Zeit wirklich wert? Diese Frage ist nicht nur berechtigt, sondern entscheidend für den Erfolg Ihrer selbstständigen Karriere.

Viele Freelancer navigieren im Dunkeln, wenn es um die Festlegung ihres Stundensatzes geht – ein riskantes Unterfangen, das oft zu Unter- oder Überbewertung der eigenen Arbeit führt.

→ Hier geht es direkt zum Stundensatz-Rechner

Um Licht ins Dunkel zu bringen, präsentieren wir Ihnen einen umfassenden Leitfaden, der speziell darauf ausgerichtet ist, den idealen Stundenlohn für Selbstständige zu ermitteln. Mit unserem Kalkulator wartet zudem ein praktisches Tool auf Sie, mit dem Sie Ihren perfekten Stundensatz im Handumdrehen berechnen können.

Lassen Sie uns gemeinsam den Wert Ihrer Zeit entschlüsseln!

Wie hoch sollte Ihr Stundensatz sein?

Einen ersten Richtwert können wir Ihnen als Selbstständiger auf den Weg geben:

Ihr Stundensatz sollte mind. CHF 100.- sein.

Für einen Angestellten erscheint dies eine hohe Summe zu sein, aber wenn Sie die Kalkulation richtig machen, bleibt am Ende nur noch knapp die Hälfte davon übrig. 

Es gibt drei wichtige Komponenten, die Sie bei der Berechnung berücksichtigen müssen: Zieleinkommen, Kosten und effektive Arbeitszeit. 

Mit unserem Kalkulator zu einem realistischen Stundensatz 

Bevor Sie die Werte in unseren Kalkulator eingeben, lesen Sie bitte die folgenden Informationen:

  • Gewünschter Monatslohn (Netto, inkl. 13. Monatslohn): Setzen Sie hier den Lohn ein, den Sie nach Abzug aller Kosten, auf dem Konto haben wollen. 
  • Arbeitsstunden im Monat: Setzen Sie hier die produktiven Stunden ein, also ohne Administration + Akquise.
  • AHV, IV, EO: Alle Selbstständigen in der Schweiz müssen Beiträge an die 1. Säule leisten. Die Beiträge richten sich nach der Höhe des Jahreseinkommens. Hier klicken um den Prozentsatz zu ermitteln. Wir haben als Standard 10% genommen. 
  • Ferien, Feiertage, Ausfälle: Die Anzahl der Ferientage variiert von Kanton zu Kanton (z.B. Zürich – 10, Zug – 9, Aargau – 13). Feiertage ermitteln: www.arbeitstage.ch. Wir haben als Standard 13% (= 6 Wochen) genommen. 
  • Administration, Technik, Marketing (Website, Social Media) und Akquise (Kundengewinnung, -Gespräche): Auch für diesen Bereich sollten Sie genug Zeit einrechnen. Wir haben 20% (1 Tag pro Woche) genommen. 
  • BVG: Als Selbständigerwerbender sind Sie nicht verpflichtet, dich bei einer Pensionskasse anzuschliessen. Es empfiehlt sich, das entweder über die Säule 3a zu lösen oder dich bei der Stiftung Auffangeinrichtung BVG anzuschliessen. Wir haben hier 3.5 % eingesetzt. 
  • Büromiete: Setzen Sie hier die effektive Prozentzahl in Bezug zum Monatslohn ein. Wir haben 3.5% genommen. 
  • Ausstattung (Laptop, Drucker, Handy usw.): Setzen Sie hier die effektive Prozentzahl in Bezug zum Monatslohn ein. Wir haben auch hier 3.5% gewählt. 

 

Folgende Abzüge könnten noch dazukommen:

  • FUV (Unternehmerversicherung: Unfallversicherung während der Arbeit und in der Freizeit)
  • KV (Krankenversicherung) ist Privatsache

Wie berechne ich meinen Stundensatz als FreelancerIn im Detail?

Um eine detaillierte Berechnung des Stundenlohnes zu erhalten, müssen Sie die bereits definierten Bereiche noch verfeinern. Dazu gehören:

1. Arbeitstage genauer bestimmen

  1. Jährliche Stundensatzberechnung: Trennung von Arbeits- und Nicht-Arbeitszeiten (Urlaub, Krankheit usw.) für die jährliche Veranschlagung des Stundenlohnes.

  2. Berücksichtigung von Wochenenden und Feiertagen: Einbeziehung der 104 Wochenendtage pro Jahr und der variierenden Anzahl von Feiertagen je nach Kanton.

  3. Urlaubsplanung für Selbständige: Freelancer planen üblicherweise 26 Urlaubstage pro Jahr, idealerweise während der Nebensaison der jeweiligen Branche.

  4. Kalkulation von Krankheitstagen: Durchschnittlich 6 Krankheitstage pro Jahr für Freiberufler, bei chronischen Krankheiten Verdoppelung der Tage.

  5. Zeit für Geschäftsentwicklung: Tägliche Zeitplanung für Qualifikationsaufbau und Kundenakquise, vergleichbar mit dem Zeitaufwand für Krankheitstage (ca. 6 Tage pro Jahr).

  6. Festlegung des Tageslimits: Gesetzliche Regelarbeitszeit für Selbständige liegt zwischen 45 und 50 Stunden pro Woche, wobei Arbeit an Wochenenden möglich, aber nicht übertrieben werden sollte.

  7. Definition der Produktivitätsquote: Berücksichtigung der effektiven Arbeitszeit, besonders für Einsteiger, die länger für Projekte benötigen; übliche Produktivitätsquote liegt bei 50% bis 80%, mehr als 90% ist nicht empfehlenswert.

2. Effektive Kosten kalkulieren

  1. Miete: Grösster Kostenanteil für Freelancer, kann durch Nutzung eines Homeoffice reduziert werden.

  2. Nebenkosten: Beinhalten Wasser-, Strom-, Heizungs- und Internetkosten, oft im Mietpreis von Co-Working-Offices enthalten.

  3. Verbrauchsmaterialien und Werkzeuge: Notwendige Materialien und Werkzeuge für die Arbeit, wie Medikamente und Bohrer für Zahnärzte oder Computer und Software für Designer, einschliesslich zukünftiger Anschaffungen.

  4. Abschreibung von Langzeitinvestitionen: Kosten für langlebige Werkzeuge wie Zahnbohrer oder Computerprogramme werden anteilig auf mehrere Jahre verteilt.

  5. Kundenakquisition: Kosten für Werbung, Erstellung von Profilen auf Websites oder das Hinterlassen von Visitenkarten, um potenziellen Kundenfluktuationen vorzubeugen.

  6. Weiterbildung: Kosten für Offline- und Online-Kurse, Seminare, Fachkonferenzen und Fachliteratur.

  7. Versicherungen und Steuern: Beiträge zur 1. Säule (AHV, IV, EO) in der Schweiz, abhängig vom Jahreseinkommen, optional Rentenrückstellungen, sowie progressive Einkommenssteuer basierend auf der Einkommenshöhe.

Feste Projekt- oder Paketgebühren – Eine Alternative zur stundenbasierten Vergütung?

Für Freiberufler variiert das Arbeitstempo individuell. Eine mögliche Alternative zum herkömmlichen Stundensatz ist die Festlegung einer Gesamtpauschale für das gesamte Projekt, bzw. den Auftrag.

Wenn Sie Ihre Projekte schnell abwickeln können, bietet dieses Vergütungsmodell die Möglichkeit, in kürzerer Zeit höhere Einnahmen zu erzielen. Bei diesem Ansatz wird der Preis auf der Grundlage des Endergebnisses festgelegt, was letztendlich auch das Hauptinteresse Ihrer Auftraggeber darstellt.

Fixe Paketpreise sollten Sie nur dann anbieten, wenn die Aufwände gut kalkulierbar sind!

Es gibt allerdings wichtige Aspekte, die berücksichtigt werden müssen. Zuerst sollten Sie den Gesamtumfang des Projekts abschätzen. Ermitteln Sie den Arbeitsaufwand und die benötigte Zeit, die Sie tatsächlich in das Projekt investieren werden.

Fazit

Zusammengefasst lässt sich sagen: Ist es an der Zeit, Ihren Stundensatz zu erhöhen? In den meisten Fällen ist dies eine kluge Entscheidung.

Mit einem höheren Honorar sparen Sie wertvolle Zeit, können sich Ihre Projekte sorgfältiger aussuchen und dadurch die Qualität Ihrer Arbeit verbessern.

Dies führt zu einer Situation, von der sowohl Sie als auch Ihre Kunden profitieren.

Wenn Sie eine Erhöhung Ihres Stundensatzes in Betracht ziehen, sollten Sie mindestens einen Satz von 100 Franken anstreben. Wichtig ist es, diese Änderung rechtzeitig zu kommunizieren, damit Ihre Kunden genügend Zeit haben, sich darauf einzustellen. Andernfalls könnten sie sich überrumpelt fühlen, was Ihrer Selbstständigkeit schaden könnte.

Letztendlich verfügen Sie als Selbstständiger über zwei wichtige Hebel, um Ihr Einkommen zu steigern:

  • die Anzahl der abrechenbaren Stunden und
  • Ihren Stundensatz

Während die Anzahl der Stunden pro Tag begrenzt ist, hat Ihr Stundensatz theoretisch kein Limit.

Nutzen Sie diese Chance!

Wenn Sie darüber hinaus erfahren möchten, wie Sie langfristig mehr Aufträge sichern können, nehmen Sie mit mir Kontakt auf.

Grigor Nussbaumer

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